Nobody is perfect
Fehler zu machen gehört zum Leben dazu. Der Spruch „Aus Fehlern lernen“ zeigt
mir immer wieder, wie wichtig es ist, neue Aufgaben und Hürden anzugehen.
Ohne dies gäbe es kein Vorankommen und keinen Fortschritt. Dies findest du
in ganz vielen Bereichen des Lebens. Wenn du beim Lösen deiner neuen Aufgabe
Fehler machst, dann ist das vollkommen OK, den keiner von uns Menschen ist
perfekt.
In unserem heutigen Blog geht es um eine schöne Geschichte zum Nachdenken.
Viel Spaß beim Lesen.
Der Krug mit dem Sprung
Es war einmal ein Wasserträger in Indien.
Auf seinen Schultern ruhte ein schwerer Holzstab, an dem rechts und links ein
großer Wasserkrug befestigt war.
Nun hatte einer der Krüge einen Sprung. Der andere hingegen war perfekt
geformt und mit ihm konnte der Wasserträger am Ende seines langen Weges vom
Fluss zum Haus seines Herren eine volle Portion Wasser abliefern. In dem
kaputten Krug war hingegen immer nur etwa die Hälfte des Wassers, wenn er am
Haus ankam.
Für volle zwei Jahre lieferte der Wasserträger seinem Herrn einen vollen und
einen halbvollen Krug.
Der perfekte der beiden Krüge war natürlich sehr stolz darauf, dass der
Wasserträger in ihm immer eine volle Portion transportieren konnte. Der Krug mit
dem Sprung hingegen schämte sich, dass er durch seinen Makel nur halb so gut
war wie der perfekte Krug.
Nach zwei Jahren Scham hielt der kaputte Krug es nicht mehr aus und sprach zu
seinem Träger: “Ich schäme mich so für mich selbst und ich möchte mich bei dir
entschuldigen.”
Der Wasserträger schaute den Krug an und fragte: “Aber wofür denn? Wofür
schämst du dich?”
“Ich war die ganze Zeit nicht in der Lage, das Wasser zu halten, so dass du durch
mich immer nur die Hälfte zu dem Haus deines Herren bringen konntest. Du hast
die volle Anstrengung, bekommst aber nicht den vollen Lohn, weil du immer nur
anderthalb statt zwei Krüge Wasser ablieferst.” sprach der Krug.
Dem Wasserträger tat der alte Krug leid und er wollte ihn trösten. So sprach er:
“Achte gleich einmal, wenn wir zum Haus meines Herren gehen, auf die
wundervollen Wildblumen am Straßenrand.”
Der Krug konnte daraufhin ein wenig lächeln und so machten sie sich auf den
Weg. Am Ende des Weges jedoch fühlte sich der Krug wieder ganz elend und
entschuldigte sich erneut zerknirscht bei dem Wasserträger.
Der aber erwiderte: “Hast du die Wildblumen am Straßenrand gesehen? Ist dir
aufgefallen, dass sie nur auf deiner Seite des Weges wachsen, nicht aber auf der,
wo ich den anderen Krug trage? Ich wusste von Beginn an über deinen Sprung.
Und so habe ich einige Wildblumensamen gesammelt und sie auf Deiner Seite
des Weges verstreut. Jedes Mal, wenn wir zum Haus meines Herren liefen, hast
du sie gewässert. Ich habe jeden Tag einige dieser wundervollen Blumen pflücken
können und damit den Tisch meines Herren dekoriert. Und all diese Schönheit
hast du geschaffen.”


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